"Oranta» ist eine betende Fürsprecherin
Der Name dieses Typs kommt vom lateinischen orans – «betend». Auf solchen Ikonen wird die Jungfrau in voller Höhe oder am Gürtel dargestellt, mit erhobenen und zu den Seiten geschiedenen Händen, die mit den Handflächen zum Betrachter gerichtet sind. Dies ist die älteste Pose des Fürbitten, die in den Katakomben der ersten Christen bekannt ist. In Russland ist eines der berühmtesten Bilder dieses Typs die Mosaikikone «Unzerstörbare Wand» in Sofia von Kiew. Und die am meisten verehrte Ikone, die in der Ikonographie dem Oranten nahesteht, wurde die Nowgoroder Ikone «Das Zeichen», wo in der Mitte, auf der Brust der Jungfrau, ein Medaillon mit dem Bild des Christkindes platziert ist. Es war diese Ikone, der Legende nach, die Weliki Nowgorod 1170 vor der Invasion der Feinde rettete.
"Odigitria" ist ein Reiseführer
"Odigitria« bedeutet im Griechischen »Reiseführer". In Ikonen dieses Typs ist die Jungfrau mit dem Christkind dargestellt, das auf ihrem linken Arm sitzt. Mit ihrer rechten Hand zeigt sie auf den Sohn, als würde sie sich an die Betenden wenden: "Das ist der Weg, die Wahrheit und das Leben" (S. Joh. 14:6). Christus selbst segnet dabei mit seiner rechten Hand und hält oft eine Schriftrolle oder ein Evangelium auf der linken Seite.
Dieser ikonographische Schandfleck war einer der häufigsten in Russland. Zu ihm gehen solche ehrbaren Bilder auf, wie die Ikone der Mutter Gottes von Smolensk, die Ikone von Tichvin und die Iver-Ikone sowie das symbolisch-allegorische (akathistische) ikonographische Bild des «Brennenden Kupins».
"Zärtlichkeit" — Liebe und Mitgefühl
Der dritte Haupttyp ist "Zärtlichkeit". Auf diesen Ikonen ist die Jungfrau abgebildet, die sich dem Kind beugt, und Christus berührt ihre Wange mit der Wange. Dies ist das berührendste und lyrische Bild, das die grenzenlose mütterliche Liebe und gleichzeitig die Vorahnung zukünftiger Leiden zum Ausdruck bringt. In der Antike finden sich ähnliche Themen noch in den Gemälden der römischen Katakomben.
Bilder der Jungfrau in der Sammlung von Vladimir Mikhailov
In der Arbeit des Juwelierkünstlers Vladimir Mikhailov finden diese alten Bilder eine neue, kostbare Inkarnation. Nach den Kanonen der Nowgoroder und Pskower Ikonenmalerei erstellt der Meister Miniatur-Ikonen, in denen die filigrane Bearbeitung der Details mit tiefer spiritueller Ausdruckskraft benachbart ist. In seinen Werken werden sowohl die majestätischen «Oranten» als auch die bewegenden Bilder der «Zuneigung» lebendig, die nicht nur Schmuckstücke werden, sondern persönliche Schreine, die am Herzen getragen und von Generation zu Generation weitergegeben werden können.